Das passiert aktuell auf dem Zinsmarkt!

Das passiert aktuell auf dem Zinsmarkt!

Eine wichtige Frage derzeit: Was passiert auf dem Zinsmarkt? Entwarnung? Verschärfung? Welche Konsequenzen ergeben sich für uns als Anleger? Was macht der US-Dollar und was bedeutet das für uns? In diesem Blogartikel klären wir diese Fragen. 

Vorausgeschickt: Wir haben es mit zwei verschiedenen Märkten zu tun, die aktuell gegensätzlicher kaum laufen könnten.

Der Zinsmarkt: Warum er derzeit ist, wie er ist

Die Kapitalmärkte, Aktien- wie Anleihemärkte, waren im Mai sehr nervös unterwegs. US-Anleihen kletterten bis zu einer Rendite von 3,1 Prozent, ein Sieben-Jahres-Hoch. Dagegen mussten Anleihebesitzer für ihre bestehenden Werte Verluste hinnehmen. Mit den US – Zinsen stieg auch der US-Dollar. Er erreichte einen Kurs von 1,154 USD pro EUR. Der gleichzeitige Anstieg der Zinsen und der Währung führte zu einer Belastung der Aktien und Anleihen in Schwellenländern. Dort investierte Anleger zogen sich in die inzwischen guten US-Anleihen zurück.

Doch nichts währt ewig…

Schon in der zweiten Mai-Hälfte kam es zu einer Gegenbewegung. Die höhere Nachfrage führte zu fallenden Renditen, man pendelte sich jedoch bei 2,9 Prozent ein. Auch der USD-EUR-Wechselkurs setzte seinen Trend im Juni nicht fort, sondern lief seitwärts. Ob das aber so bleibt? Die bessere Konjunkturentwicklung in den USA gegenüber Europa und der ansteigende Zinsvorteil im USD könnten weitere Dollarerholungen bedeuten.

Was hat uns in Bezug auf die USA besonders bewegt?

Mr. Trump und seine Strafzölle und sein Abgang vom G7-Gipfel in Kanada auf der einen Seite und sein vermeintlicher Erfolg beim Treffen mit Nordkoreas Diktator auf der anderen Seite… Das Ergebnis: Die Handelskonflikte mit China und Europa gingen in eine neue Dimension. Entgegen Trumps Ankündigung litten amerikanische Unternehmen sehr wohl unter diesen Einflüssen. Insbesondere die großen Standardwerte (Dow Jones) ließen Federn.

Die Unternehmen der Technologiebranche (Nasdaq-100) jedoch blieben unbeeindruckt. Im Gegenteil – es winkten neue Höchststände. Der Glaube an die Erfolgsstory bei den so genannten „FAANG-Aktien“ (Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google) blühte wieder auf.

Auch der nicht so bekannte Russell-2000-Aktienindex (kleinere hauptsächlich in den USA tätige Unternehmen) kletterte kräftig. Hintergrund ist, dass diese Werte zum einen von den Steuersenkungen in den USA profitieren und zum anderen kaum negativ von den auferlegten Zöllen tangiert werden.

Und, was passiert währenddessen in Europa?

Ende März erholten sich die europäischen Aktienmärkte. Mitte Mai war der positive Spuk jedoch schon wieder vorbei. Dabei verloren insbesondere die Aktien der Automobilbranche – natürlich, weil diese besonders von den US-Strafzöllen betroffen waren.

Kommt die Zinswende?

Einträchtig verkündeten die beiden großen Notenbanken der Welt, Fed und EZB, ihre Entscheidung, die Leitzinsen zu erhöhen und gaben einen Ausblick auf die kommende Zinspolitik. Die Eintracht fand aber nur in der Verkündigung statt, nicht jedoch in der Umsetzung oder in der Konsequenz.

Tatsächlich hat die Fed den Leitzins erneut angehoben – zum zweiten Mal in diesem Jahr. Mit bis zu zwei Prozent erreichte man den höchsten Stand der letzten zehn Jahre. Inzwischen gehen Experten sogar von noch mal bis zu zwei weiteren Erhöhungen in 2018 aus. Erforderlich kann dies durch die bis auf 2,8 Prozent angestiegene Inflationsrate in den USA werden. Immerhin ist der reale Leitzins immer noch negativ, wenn man die Inflation mit dem Leitzins aufrechnet.

In Europa ist, wie erwartet, nichts passiert. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt weiter bei 0,0 Prozent, der Einlagensatz für Banken bei furiosen -0,4 Prozent. Außerdem kauft die EZB weiterhin Anleihen auf. Zwar ist ein Ende dieser Aufkäufe zum Ende 2018 angekündigt, das ist jedoch abhängig von der Entwicklung der nächsten Monate.

Aber: Klare Ansage der EZB

 „Die EZB werde ihren Leitzins bis Sommer 2019 unverändert lassen.“ Die Ankündigung von EZB-Präsident Draghi, das Anleiheaufkaufprogramm Ende des Jahres auslaufen zu lassen, verliert damit ihren Schrecken. Zumal bis auf weiteres das Geld aus fälligen Anleihen weiter für neue Käufe verwendet wird.

Und das Fazit?

Die Normalisierung der Zinsen schreitet in den USA weiter voran, steht in Europa aber erst am Beginn. Hierzulande besteht eher die Gefahr, dass eine schlechtere Konjunktur als gegenwärtig schon den Wunsch nach Zinssenkungen aufkommen lässt. Und das, obwohl nichts zu senken da ist!

Eine rasche Rückkehr zu real positiven Zinsen ist für Anleger im Euro-Raum nicht absehbar. Es bleibt also geboten, sein Geld entweder unverzinst anzulegen, oder sich eine langfristige Alternative im Markt zu suchen.

Das ist eine unserer Kernkompetenzen – dabei können wir behilflich sein!

Bleiben Sie neugierig!

Ihre

Angelika Henker und Coleen Trebschick

Quelle: „GUT ZU WISSEN…“ über Drescher & Cie Gesellschaft für Wirtschafts- und Finanzinformation mbH, Sankt Augustin

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